Schmetterlingsrüssel
Der Saugrüssel ist ein charakteristisches Kennzeichen der Insektenordnung Lepidoptera, also der Schmetterlinge. Er ist angepasst an die Aufnahme von Nektar aus Blüten und funktioniert ähnlich wie ein Strohhalm. Im Querschnitt des Rüssels sind zwei halbmondförmige Hohlräume zu erkennen, an deren Seiten sich Muskeln und Nerven entlangziehen. Durch Muskelkontraktion wird der Rüssel ausgerollt und kann dann in den Blütenkelch eingeführt werden. Lässt die Muskelspannung nach, rollt er sich wieder spiralförmig zusammen. Die Länge des Rüssels ist artabhängig. Besonders lange Rüssel findet man in der Familie der Schwärmer z.B. beim Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). Mit diesen können die Falter sogar im Flug Blütennektar aufnehmen (s. Bild unten). Der weltweit längste Schmetterlingsrüssel misst fast 30 Zentimeter. Andere Arten dagegen besitzen gar keinen Saugrüssel mehr, denn ihre Mundwerkzeuge haben sich zurückgebildet. Das trifft z.B. auf das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata) zu. Hier wird nur als Raupe Nahrung aufgenommen. Die Lebenserwartung der Falter ist dementsprechend kurz und beträgt nur wenige Tage.
Detailaufnahme des eingerollten Rüssels beim Oleanderschwärmer (Daphnis nerii):

Bei dieser Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria) lässt sich die symmetrische Zweiteilung des Saugrüssels erkennen.

Das Taubenschwänzchen steht im Flug vor der Blüte und nimmt mit seinem langen Saugrüssel Nektar auf.

Hier sieht man die Nektaraufnahme eines Aurorafalter mit anschließendem Einrollen des Saugrüssels im Video (ohne Ton):
