05.09.2026: Aliens unter uns
Bereits vor zwei Jahren konnte ich in Bad Homburg das erste Mal eine Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) beobachten. In der Zwischenzeit hat diese Art sich scheinbar gut in der Region etabliert und ich habe von verschiedenen Personen gehört, die diese Tiere auf Balkonen und in Gärten beobachten konnten. Bei uns saß ein braun gefärbtes Exemplar an der Hauswand. Dieses setzte ich vorsichtig auf die Blumenwiese vor dem Haus um. Auf der Spitze einer Wilden Möhre (Daucus carota) ruhend, nahm sie bereits nach wenigen Minuten das erste Beutetier auf der Blüte unter sich wahr: eine Goldfliege (Lucilia spec.)! Diese wurde mit einem schnellen Griff gepackt und dann von hinten beginnend rasch verzehrt. Das schien den Hunger der Gottesanbeterin jedoch nicht ausreichend zu stillen und nach einigen weiteren Minuten hatte sie bereits eine Streifenwanze (Graphosoma italicum) am Wickel. Diese zappelte zwar verzweifelt, hatte den Fangarmen des wesentlich größeren Jägers jedoch nichts entgegenzusetzen. Die aus den Beutetieren gewonnene Energie ist für die Gottesanbeterin wichtig, um ihre Eier, die bald als ca. 4 cm großes Eipaket (Oothek) abgelegt werden, gut zu versorgen.
Hier einige Bilder der Gottesanbeterin und ihrer Opfer:
