28.06.2026: Schmetterlingszeit
Die extremste Hitzewelle seit Beginn der Wetteraufzeichnung hat Europa fest im Griff. In Deutschland werden Temperaturen von über 40 Grad gemessen und es draußen an vielen Stellen staubtrocken. Dort aber wo die Wiesen höher stehen und wo außerhalb der Stadt der Wald beginnt, sind die Temperaturen erträglicher. Daher war ich in den letzten Tagen mehrfach dort frühmorgens unterwegs und habe nach meinen Lieblingsinsekten geschaut: den Schmetterlingen. Diese sind an diesen heißen Tagen bereits frühmorgens unterwegs und taumeln von Blüte zu Blüte, bevor sich manche in der mörderischen Hitze im Schatten verstecken.
Besonders zahlreich sind aktuell die Schachbrettfalter (Melanargia galathea) und die Braundickkopffalter. Hier handelt es sich um zwei sehr ähnliche Arten, den Braunkolbigen Braundickkopffalter (Thymelicus sylvestris) und den Schwarzkolbigen Braundickkopffalter (Thymelicus lineola). Wie man diese Arten unterscheiden kann, habe ich hier beschrieben. Daneben konnte ich in den Wiesen auch einen guten Bestand an Großen Ochsenaugen (Maniola jurtina), Tintenfleck-Weißlingen (Leptidea juvernica) und Kleinen Kohlweißlingen (Pieris rapae) ausmachen. Das sonst eigentlich häufige Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) konnte ich auf meinen Touren insgesamt nur mit einem Exemplar beobachten. Vereinzelt waren Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) und Faulbaum-Bläulinge (Celestrina argiolus) als Vertreter der Bläulinge unterwegs. Alle anderen Bläulingsarten waren gar nicht zu sehen.
Die Edelfalter, früher eine der individuen- und artenstarken Gruppen, waren mit Admiral (Vanessa atalanta) und C-Falter (Nymphalis c-album) mit nur jeweils einem Tier zu beobachten, Tagpfauenauge (Aglais io) etwas häufiger, aber weit unter den Zahlen vergangener Jahre. Einzelne Distelfalter (Vanessa cardui) sind inzwischen aus Afrika hier angekommen. Von hohen Zahlen, die für dieses Jahr prognostiziert wurden, ist der Bestand aber derzeit hier weit entfernt. Die ebenfalls aus dem Süden einfliegenden Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) habe ich in diesem Jahre auch nur ein paar Mal gesehen. Jetzt erst in ihre Sommersaison starten Kaisermantel (Argynnis paphia) und Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), von denen ich jeweils 2 Exemplare gesehen habe. Hier ist eine Zunahme der Falterzahlen in den nächsten Tagen und Wochen wahrscheinlich.
Im Waldbereich war dagegen eine relativ hohe Anzahl an dem in den letzten Jahren eher zurückgehenden Braunen Waldvogel (Aphantopus hyperantus) - auch Schornsteinfeger genannt - zu finden. Auch in guter Individuenzahl fliegt derzeit der sich in den letzten Jahren ausbreitende und im Bestand stabilisierende Brombeer-Perlmutterfalter (Brenthis daphne, Profil kommt noch). An der Knotigen Braunwurz waren zahlreiche Raupen des Braunwurz-Mönch (Cucullia scrophulariae) zu finden, an manchen Stellen allerdings auch attackiert von räuberischen Wanzen. Vom Waldbrettspiel (Pararge aegeria) und vom Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) konnte ich nur ein Exemplar sehen, ebenso wie von der Spanischen Flagge (Euplagia quadripunctaria), deren Zeit aber erst beginnt.
Bei einem abendlichen Rundgang mit ausgebrachten Ködern konnte ich mehrere Exemplare vom Kleinen Eichenkarmin (Catocala promissa), ein Schwarzes Ordensband (Mormo maura), Raupen des Schwammspinners (Lymantria dispar), eine Grüne Meldeneule (Trachea atriplicis) und andere Nachtfalter beobachten.
Zu den Schmetterlingen kamen auf meinen Fotorunden natürlich noch zahlreiche andere Insekten und weitere Tiere wie z.B. Jungvögel des Neuntöters (Lanius collurio), ein junger Fuchs, ein Rehbock (Capreolus capreolus), Feldhasen (Lepus europaeus), Eichelhäher (Garrulus glandarius) oder auch ein Weißstorch (Ciconia ciconia) auf gemähter Wiese.
Die schönsten aktuellen Bilder der beobachteten Tiere folgen hier, viele weitere Fotos und Informationen finden Sie auf den verlinkten Artprofilen.
